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Beruf und Rheuma: Es kommt auch auf die Muskelkraft an

Berufsunfähigkeit ist eine häufige Folge von rheumatoider Arthritis (RA). Dass diese mit Gelenkszerstörung und funktioneller Einschränkung an den Händen zu tun hat, ist naheliegend und bekannt. Doch der Verlust der Arbeitsfähigkeit bei RA-Patienten ist ein multifaktorielles Geschehen. Beispielsweise gibt es nur spärliche Daten zu der Frage, inwieweit Muskelkraft und die Funktion der unteren Extremitäten damit zu tun haben.
Eine Gruppe am Sozialmedizinischen Zentrum-Süd untersuchte nun in einem Kollektiv von Patienten mit seropositiver RA die Auswirkungen dieser Faktoren sowie verschiedener klinischer und sozioökonomischer Parameter auf die Arbeitsfähigkeit. Dazu wurde bei 100 Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahre die Arbeitsfähigkeit mit Hilfe des Work Ability Scores (WAS) erhoben. Der WAS vergleicht die aktuelle Arbeitsfähigkeit mit der besten jemals im Leben des Patienten verzeichneten Arbeitsfähigkeit und wird in Ziffern von eins bis zehn angegeben. Die Funktion der unteren Extremitäten wurde mit der Short Physical Performance Battery (SPPB) bestimmt und die Muskelkraft der Hand und des Beines mit dem Dynamometer gemessen. Für die Messung der Krankheitsaktivität wurde der Clinical Disease Activity Index (CDAI) herangezogen.

Mehr als die Hälfte der Studienpatienten sind berufstätig

Die Patienten waren im Schnitt rund 50 Jahre alt und zu zwei Dritteln weiblich. Die Studie zeigte, dass Handkraft, Arbeitsfähigkeit und die Stärke des M. quadriceps femoris bei RA Patienten niedriger sind als in der altersgematchten Normalbevölkerung. Handkraft, Stärke des M. quadriceps femoris und die Funktion der unteren Extremitäten waren signifikant mit der Arbeitsfähigkeit assoziiert. Diese Assoziation blieb nach Korrektur hinsichtlich soziodemographischer und klinischer Parameter erhalten. Zum Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie waren 59 Prozent der Teilnehmer in Beschäftigung und gaben gute Arbeitsfähigkeit an (WAS median =8; IQR = 6.25-9). Jene Teilnehmer, die nicht berufstätig waren, geben schlechtere Arbeitsfähigkeit an (WAS median = 4; IQR = 2.5-7). Insgesamt war die Krankheitsaktivität in diesem Kollektiv mit einem medianen CDAI von acht relativ niedrig. Mehr als die Hälfte der Patienten litten unter zumindest einer Komorbidität und nahmen zumindest ein weiteres Medikament zusätzlich zu ihrer RA-Medikation ein.

Berner CM et al. Work ability in patients with rheumatoid arthritis: A cross sectional study on the role of muscle strength and lower extremity function. ÖGR 2017, Abstract 33

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