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Presidential Symposium

WCLC 2019: Länger leben mit kleinzelligem Lungenkrebs

Die Kombination aus dem PD-L1-Inhibitor Durvalumab und Chemotherapie verbessert das Gesamtüberleben bei Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom in ausgedehntem Stadium (Paz-Ares L et al., Abstract PL02.11). Das Mortalitätsrisiko verringert sich durch die Therapie um 27 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie mit österreichischer Beteiligung, die heute im Presidential Symposium der World Conference on Lung Cancer (WCLC) präsentiert wurde.

In der CASPIAN-Studie wurden 537 therapienaive Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom in ausgedehntem Stadium eingeschlossen. Sie erhielten entweder Durvalumab plus vier Zyklen Etoposid-Platin-Chemotherapie (EP), Durvalumab plus Tremelimumab plus EP über vier bis sechs Zyklen oder EP alleine. Die nun präsentierte Auswertung bezieht sich ausschliesslich auf den Vergleich zwischen dem Durvalumab/EP- vs. EP-Arm.

Das mediane Gesamtüberleben lag bei 13 vs. 10,3 Monaten im Durvalumab/EP vs. EP-Arm. 33,9 Prozent der Patienten, die Durvalumab erhielten, waren nach 18 Monaten noch am Leben, im Vergleich zu 24,7 Prozent im Kontrollarm.

Dr. Luis Paz-Ares, Madrid, Spanien, der die Daten präsentierte, kommentiert: «Die Zugabe von Durvalumab zu EP als Erstlinientherapie verbesserte signifikant das Gesamtüberleben im Vergleich zu einem robusten Kontrollarm, der bis zu sechs Zyklen Etoposid erlaubte. Diese Chemo-Immuntherapie bietet Flexibilität in der Wahl des Platins, also Carbo- oder Cisplatin, was der derzeitigen klinischen Praxis entspricht.»

Für Ko-Autor OA Dr. Maximilian Hochmair, Leiter der pneumo-onkologischen Ambulanz und Tagesklinik, Krankenhaus Nord, Wien, ist Durvalumab eine weitere Substanz als Zusatz zu Carbo- oder Cisplatin/Etoposid beim kleinzelligen Lungenkarzinom im Stadium IV. «PD-L1-Inhibitoren sollten wir hier routinemässig einsetzen. Welche Patienten besonders profitieren wissen wir derzeit nicht. Die CASPIAN-Studie zeigt ähnliche Ergebnisse wie IMpower133. Aber auch die Frage, ob Atezolizumab oder Durvalumab in diesem Setting zu präferieren ist, ist ungeklärt», sagt Hochmair im Gespräch mit medonline.

 

Quelle

2019 World Conference on Lung Cancer hosted by the International Association for the Study of Lung Cancer, Barcelona, 7.-10.9.19

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