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Multimodale Schmerztherapie für Patienten mit chronischen Schmerzen

Bei der multimodalen Schmerztherapie (MMST) wird ganzheitlich mit dem Patienten gearbeitet, um den chronischen Schmerz umfassend zu therapieren. Im Verbund mit Deutschland und der Schweiz hat die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) mit einer ersten gemeinsamen Dreiländertagung das international anerkannte Konzept mit vereinter Expertise ausführlich diskutiert und sich zur multiprofessionellen Hilfe für Schmerzpatienten ausgetauscht.

Der Ansatz der multimodalen Schmerztherapie geht von einer kombinierten Schmerzbehandlung aus, die eine interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzzuständen wie z.B. Wirbelsäulenleiden oder Tumorschmerzen umfasst. Dabei werden mindestens zwei Fachdisziplinen, z.B. eine physiotherapeutische oder eine psychologische Disziplin  – nach einem strukturierten ärztlichen Behandlungsplan miteinbezogen.

Ziele der multimodalen Schmerztherapie

Die Ziele der MMST sind Schmerzreduktion, Verbesserung der Lebensqualität und ein besserer Umgang mit chronischen Schmerzen, sowie eine Verringerung von Krankenständen und eine Wiedereingliederung in das Berufsleben. Betroffene sollen Massnahmen zur langfristigen Linderung und Beseitigung ihrer Schmerzen erlernen, um diese dann bei Bedarf am Arbeitsplatz und im Alltag anwenden zu können.

Besonders für Patienten mit Rücken- und Kopfschmerzen sowie für Personen mit muskulo-skelettalen Schmerzen ist die MMST international anerkannt. Weltweit sind Kopf-, Rücken- und muskulo-skelettale Schmerzen die führenden Ursachen von chronischen Schmerzen, die infolge zu Funktionseinschränkungen und einem Verlust an Lebensqualität führen.

Schmerzgesellschaften aus Österreich, Deutschland und der Schweiz

In Frankfurt am Main wurde 1976 die Gesellschaft zum Studium des Schmerzes für Deutschland, Österreich und die Schweiz gegründet. Diese selbstständige Sektion der «International Association for the Study of Pain» (IASP) verfolgte die Umsetzung der entsprechenden Ziele im deutschsprachigen Raum und in den nicht deutschsprachigen Gebieten der Schweiz.

Die Abspaltung der Schweizer 1990 machte die Gründung einer eigenständigen Österreichischen Schmerzgesellschaft notwendig. Die entstandene Österreichische Schmerzgesellschaft verfolgt die Optimierung der schmerzmedizinischen Versorgung und Ausbildung sowie die Förderung der Schmerzforschung. Die Deutsche Schmerzgesellschaft ist mit rund 3.400 Mitgliedern die grösste wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft im Bereich Schmerz in Europa. Auch die Schweizer Schmerzgesellschaft engagiert sich für die Förderung der wissenschaftlichen Forschung, den Austausch von praktischen Erkenntnissen und Erfahrungen sowie die Förderung von Unterricht und Fortbildung in der Schmerzmedizin.

Dreiländertagung zu Visionen moderner Schmerzmedizin in Wien

Zur Thema MMST mit Schwerpunkten Rücken- und Kopfschmerzen sowie Visionen moderner Schmerzmedizin kamen die Experten der drei Länder am 29. und 30. März zur ersten gemeinsamen Tagung in Wien zusammen. Ziel des Expertenaustausches war es, sich über die international anerkannte MMST bei Patienten mit chronischen Schmerzen auszutauschen und die Entwicklung, die multimodale Schmerztherapie als Standard bei chronischen Schmerzen zu etablieren, weiter voranzutreiben. Das Konzept der MMST ist durch umfassende Daten als langfristig wirksam belegt und wird international in zahlreichen Programmen umgesetzt. In Österreich führt diese umfassende Behandlung der chronischen Schmerzen allerdings als einzige Einrichtung das Klinikum Klagenfurt in Kärnten, dem südlichsten Bundesland Österreichs, durch.

Klinikum Klagenfurt – Best-Practice-Zentrum für multimodale Schmerztherapie in Österreich

Die MMST, die hier angeboten wird, ist ein massgeschneidertes interdisziplinäres Therapiekonzept bei chronischen Schmerzen wie Rücken- und Kopfschmerzen.

Sowohl für die davon betroffenen Patienten als auch für Schmerzen bei Palliativpatienten ist Kärnten mit seinem fächerübergreifenden Kompetenzzentrum somit österreichweit Vorreiter bei der Schmerzversorgung. Die individuelle, auf das persönliche Krankheitsbild des Patienten abgestimmte Kombination aus physiotherapeutischen Übungen sowie psychologischen Werkzeugen zur Ursachenfindung und der entsprechenden Verhaltensänderung zur Schmerzreduktion verspricht einen hohen Behandlungserfolg. Das Klinikum Klagenfurt steht dabei in engem Austausch mit seinem Schwesternspital in Erlangen.

Medizinische Universitätsklinik Graz arbeitet ebenso mit multimodalem Ansatz

Wie in ganz Österreich wurden auch in der Steiermark in den letzten Jahren Schmerzambulanzen geschlossen. Die Versorgung für chronische Schmerzpatienten wird in Österreich immer mehr reduziert. Die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin an der Universität Graz versucht, dies aktiv zu bekämpfen und arbeitet – bei Bedarf und sofern im Rahmen der Klinik möglich – ebenso mit dem international anerkannten Konzept der multimodalen Schmerztherapie.

Ziel der Dreiländertagung in Wien war es somit neben dem Austausch im Hinblick auf die vielen Facetten einer adäquaten Schmerztherapie auch – angesichts der aktuellen Situation in Österreich –  die Dringlichkeit eines Ausbaus der Versorgungssituation für chronische Schmerzpatienten zu betonen. Denn es gibt zwar eine Gruppe von Patienten, die gelernt haben, mit ihrem Schmerz zu leben, aber es gibt auch eine weitere, sehr grosse Gruppe, für die ein geregelter Arbeitsalltag aufgrund chronischer Schmerzen nicht mehr möglich ist.

Qualitätskriterien für eine MMST am Beispiel Schweiz

In der Schweiz ist das Angebot bezüglich Schmerztherapien sehr unterschiedlich, was auf die 26 Kantone und vier unterschiedlichen Sprachen des Landes zurückzuführen ist. Es gibt viele multimodale Programme, doch stellt sich die Frage nach einem gemeinsamen Qualitätsstandard, den es für alle zu erfüllen gilt.

2013 startete das Kantonsspital St. Gallen eine Umfrage und beschickte entsprechende Institutionen, die multimodale Schmerztherapie im Angebot haben, um den Status quo in der Schmerzmedizin der Schweiz zu erheben. Von 225 ausgesandten Fragebögen, kamen 21 retour. Insgesamt gab es 15 verwertbare Datensätze, die ein sehr heterogenes Bild der therapeutischen Schmerzlandschaft in der Schweiz zeigten.

Die therapeutische Qualitätskontrolle ist ein herausforderndes Thema. Es gibt Werkzeuge wie Fallkonferenzen, Fortbildungen und Supervisionen, die die Qualität der Arbeit in der multimodalen Schmerzmedizin gewährleisten. Wenn diese Werkzeuge gegeben sind, kann man davon ausgehen, dass die therapeutischen Massnahmen entsprechend gut umgesetzt werden. Die auf Basis der Umfrage erarbeitete Empfehlung zur Gewährleistung von gemeinsamen Qualitätsstandards wird von der Schweizer Schmerzgesellschaft unterstützt.

Schmerzbehandlung mit Metamizol (Novalgin®)

 In Österreich leben sehr viele chronische Schmerzpatienten. Akuter Schmerz kann bei unzureichender Diagnostik chronisch werden. Um einer Chronifizierung vorzubeugen, ist es unerlässlich jedem Patienten eine adäquate Therapie anbieten zu können. Der Wirkstoff Metamizol (Novalgin®) ist für starke Schmerzen und hohes Fieber, welche auf andere Massnahmen nicht ansprechen geeignet und hat somit einen Stellenwert sowohl in der akuten, als auch in der chronischen Schmerztherapie.Neben der analgetischen Wirkung ist Metamizol (Novalgin®) auch aufgrund seiner antipyretischen Wirkung sehr gut einsetzbar. Durch die Wirkung auf die glatte Muskulatur hilft das Präparat auch bei spasmolytischen Schmerzen.

Sicherheitsprofil und Verträglichkeit

Metamizol weist eine gute gastrointestinale Verträglichkeit auf. Auch bei Patienten mit Nierenschädigung kann es mit einer entsprechenden Dosisanpassung verwendet werden.2,3

Ein geringeres Interaktionspotential bei polymedikamentös behandelten Patienten ermöglicht die Kombination von Metamizol und anderen Arzneimitteln ebenso zur Therapie und Linderung von periund postoperativen Schmerzen.4

Die Multimorbidität und die Polypharmazie bei älteren Patienten stellt in der Schmerztherapie immer eine grosse Herausforderung dar. Metamizol kann unter Berücksichtigung einer allfälligen Dosisanpassung beim geriatrischen Patienten angewendet werden.
Die Palette an unterschiedlichen Darreichungsformen von Metamizol (Novalgin®) erleichtert dabei den Einsatz in der Therapie des Schmerzes.

Quellen:

Diese Zusammenfassung wurde nach der 3-Länder-Konferenz (Österreich, Deutschland und Schweiz) zum Thema «Multimodale Schmerztherapie für Patienten mit chronischen Schmerzen» am 29. und 30. März in Wien (Österreich) erstellt.

Dreiländertagung ACHD, Visionen moderner Schmerzmedizin – «Multimodale Schmerztherapie»
29.
– 30. März 2019, Hotel Savoyen Vienna, 1030 Wien

  1. Reist , J. Erlenweiln, W. Meissner, T. Stammschulte, F. Stueber U.M. Stamer, «Dipyrone is the preferred nonopioid analgesic for the treatment of acute and chronic pain. A survey of clinical practice in German-speaking countries.”, Eur J Pain, 2018.
  2. Stefenelli et al., Metamizol, Arzneimittelprofil Innere Medizin (2014)
  3. Likar and Lampl, Metamizol: Wirkmechanismen, Interaktionen und Agranulozytoserisiko; Schmerz 2014;28:584-590
  4. Gaertner, U. M. Stamer, C. Remi, R. Voltz, C. Bausewein, R. Sabatowski, S. Wirz, G. MullerMundt, S. T. Simon, A. Pralong, F. Nauck, M. Follmann, L. Radbruch, und W. Meissner, «Metamizole/dipyrone for the relief of cancer pain: A systematic review and evidence-based recommendations for clinical practice», Palliat Med., Bd. 31, Nr.1, S.26-34. 2017

 

Novalgin® Oblong-Tabletten (500 mg), Tropfen (500 mg/ml; 1 ml = 20 Tropfen), Suppositorien (1‘000 mg), Injektionslösung (500 mg/ml). W: Metamizol-Natrium. I: Starke Schmerzen und hohes Fieber, welche auf andere Massnahmen nicht ansprechen. D: Oral: Erwachsene 500 – 1‘000 mg Einzeldosis, max. 4‘000 mg in 3 – 4 Gaben/24 h. Tropfen auch für Kinder. Bei Säuglingen und Kleinkindern nur unter kritischer Bewertung des Nutzens. Für 5 – 53 kg KG 2 – 35 Tropfen als Einzeldosis. Rektal: Erwachsene 1‘000 Einzeldosis, max. 4‘000 mg in 3 – 4 Gaben/24 h. Parenterale Applikation: Für akute schwere Schmerzzustände, wenn enterale Anwendung nicht angezeigt. Langsame intravenöse Injektion (max. 1 ml/min). Erwachsene: Einzeldosis 0,5 – 1 g = 1 – 2 ml langsam i.m. oder i.v. (max. 500 mg/min). Dosis kann nach 6 – 8 Stunden wiederholt werden; max. 5 g = 10 ml/24 h. Kinder: Im 1. Lebensjahr nur i.m. Für 5 – 53 kg KG 0,1 – 1,8 ml als Einzeldosis. Dosis kann nach 6 – 8 Stunden wiederholt werden. KI: Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe; Allergie auf andere Pyrazolone oder Pyrazolidine sowie bei bekannter Agranulozytose nach Einnahme solcher Substanzen; Bronchospasmus oder sonstige anaphylaktoide Reaktionen nach Einnahme von Analgetika; eingeschränkte Knochenmarksfunktion oder Blutbildungsstörungen; hepatische Porphyrie; Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel; Säuglinge < 3 Monate oder < 5 kg; Zwischen 3 und 11 Monaten keine i.v.-Gabe. Bei instabilem Kreislauf oder Hypotonie nicht parenteral. Keine Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit. VM: Anwendung bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz. Wesentliche unerwünschte Wirkungen beruhen auf Überempfindlichkeitsreaktionen. Seltene Reaktionen einer Agranulozytose mit ernsten und extrem schweren Verlauf, möglicherweise tödlich. Patient auf Symptome hinweisen. Bei Auftreten von Symptomen einer Neutropenie oder Panzytopenie Behandlung sofort abbrechen und Blutbild kontrollieren. Anaphylaktischer Schock: bei Auftreten Behandlung abbrechen, Vorsicht bei Asthmatiker. Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen: erhöhtes Risiko bei parenteraler Verabreichung, bei Asthma bronchiale, chronischer Urtikaria, Unverträglichkeit gegenüber Alkohol, Farb- und Konservierungsstoffen. Sehr selten werden schwere, lebensbedrohliche Hautreaktionen (SJS, TEN) beobachtet, dann die Behandlung sofort und endgültig abbrechen. Isolierte hypotensive Reaktionen möglich. Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz hohe Dosen vermeiden. IA: Ciclosporinspiegelsenkung möglich. Anstieg der Hämatotoxizität mit Methotrexat. Gleichzeitige Anwendung vermeiden. Vorsicht bei ASS und Bupropion. Es wurde über Interferenz mit Labortests berichtet, die Trinder/Trinder-artige Reaktionen anwenden. NW: Gelegentlich vorübergehende isolierte hypotensive Reaktionen, fixes Arzneimittelexanthem. P: Oblong Tabletten 0,5 g: 10 und 50 Stck.; Tropfen (500 mg/ml): 10 ml, 20 ml und 100 ml.; Suppositorien 1 g: 5 Stck.; Ampullen 2 ml/5 ml (500 mg/ml) Injektionslösung i.m./i.v.: 10 Stck./5 Stck. AK: B*. ZuI-Inh.: sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE. Stand Info.: November 2017 (SACH.MEM.18.01.0053). Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Fachinformation unter www.swissmedicinfo.ch.

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SACH.MEM.19.04.0255

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